Zähneputzen bei Katzen? Ist das wirklich nötig?
Deine Katze hat Mundgeruch und deine Tierärztin oder dein Tierarzt sagt dir, dass deine Katze Zahnstein hat und vielleicht sogar an einer Zahnfleischentzündung leidet? Wir geben dir ein paar Tipps zur Mundhygiene und wie du Zahnstein und Entzündungen vorbeugen kannst.
Wir werden sehr oft nach Tipps bezüglich Mundhygiene gefragt. Auch unsere Fellnasen sind von Zahnstein und teilweise entzündetem Zahnfleisch betroffen. Da unsere Katzen bereits ein gewisses Alter erreicht haben, kommt es für uns nicht in Frage ihnen die Zähne zu putzen. Wenn ihr das machen möchtet, lohnt es sich in jungen Jahren damit zu beginnen und sie bereits als Kitten daran zu gewöhnen.
Da sich das unsere Katzen aber nicht mehr gefallen lassen würden, bieten wir ihnen andere Möglichkeiten, ihrer Mundhygiene nachzugehen 🙂
Aus der Gerüchteküche!
Trockenfutter als Zahnpasta?
Zuerst müssen wir dieses Gerücht aus der Welt schaffen.
Leider hält sich das Gerücht hartnäckig, dass Trockenfutter zur Zahnhygiene beitragen soll. Wir hören oft den Satz: «Fürs Zähneputzen verfüttern wir unseren Katzen den ganzen Tag Trockenfutter». Phu. Schwierig. Nebst allen anderen Gründen, warum ihr euren Katzen bitte kein Trockenfutter zur regelmässigen Verpflegung geben sollt, gehört auch das Zähneputzen nicht als Begründung dazu.
Einer Katze Trockenfutter für eine bessere Mundhygiene zu verfüttern ist vergleichbar damit, wie wenn ihr euren Kindern (oder sogar euch selbst) Kekse zum Zähneputzen geben würdet. Klingt irgendwie nicht logisch, oder?
Aber welche Alternativen gibt es?
Was fressen Katzen in freier Wildbahn?
«Back to the origin» – wenn wir uns überlegen, wie unsere Katzen in der Natur fressen würden, würden wir uns nicht um sie kümmern, so kämen wir schnell auf die Schlussfolgerung, dass sie wohl Mäuse (inkl. andere kleine Nagetiere), Vögel und Insekten jagen würden. Besitzer von Freigängerkatzen können dies mit Sicherheit bestätigen. 🙂 Deshalb übrigens, haben Freigängerkatzen meistens auch weniger Probleme mit Zahnstein (Achtung: schliesst aber z.B. die Zahnerkrankung FORL nicht aus).
Heisst also, durch das intensive Kauen und Nagen an Knochen und Fleisch, werden die Zähne der Katzen gerieben und gleichzeitig gereinigt. Ihr müsst euren Katzen also nicht die Zähne putzen, sondern könnt ihnen ab und an etwas zum Kauen geben.
B.A.R.F. oder Frischfleisch
Als geeignete Kauwaren eignen sich z.B. rohe Hühnerhälse. Diese gibt es tiefgefroren in Zoohandlungen zu kaufen. Verfüttert die Hühnerhälse roh. Knochen dürfen niemals gekocht gefüttert werden, da sie splittern und euren Katzen die Kleinteile im Hals stecken bleiben können.

Auch könnt ihr euch mit dem Thema B.A.R.F. («Bones and raw food») auseinandersetzen und z.B. ergänzend zu hochwertigem Nassfutter selbst zubereitetes Fleisch verfüttern. Solltet ihr regelmässig barfen, lohnt es sich einen Kurs dafür zu machen, damit eure Katzen nicht plötzlich Mangelerscheinungen aufweisen. Soll heissen: Barfen ist nicht einfach Fleisch hinstellen. Gerade bei Katzen ist es wichtig, dass sie alle nötigen Ergänzungen bekommen.
Wenn ihr den Katzen aber nur zwischendurch rohes Fleisch geben möchtet, ist es nicht nötig, dieses zu supplementieren.
Die Produkte auf dem Foto
TRIXIE – Napfunterlage mit Mandala Katze
WOLTERS – Meshidai Siam – Keramiknapf auf MDF-Platte-Gestell – 30cm x 15cm / H 5cm – 250ml – schwarz
Nemo könnt ihr leider nicht in unserem Onlineshop erwerben 😉
Eintagsküken – nichts für schwache Nerven.
Was wir zur Vorbeugung, und auch, weil es den natürlichen Trieb der Katzen fördert, auch noch machen, ist das Verfüttern von Eintagsküken. Definitiv nichts für schwache Nerven. Auch ich musste mich zuerst daran gewöhnen.
Ich möchte betonen, dass wir ausschliesslich Küken aus einer Brüterei verfüttern, die als «Abfallprodukt» durch den Fleischkonsum von uns Menschen entstehen. Es handelt sich hierbei also um männliche Küken. Unsere Fellnasen sind einige Minuten mit dem Kauen und Fressen der Küken beschäftigt. In Pixie wird teilweise auch der Spieltrieb angeregt, wodurch sie noch einige Zeit mit den Küken spielt (die Küken leben natürlich nicht mehr, sondern werden bereits tot ausgeliefert).
Achtung, folgende Bilder sind vielleicht nicht jedermanns/fraus Sache. Jedoch haben wir Karnivoren (Fleischfresser) zu Hause… und so sieht es nun mal aus 😉






Regelmässiger Check
Aber all das ersetzt den alljährlichen Check bei eurer Tierärztin oder eurem Tierarzt nicht! Es ist wichtig, dass sich die Fachpersonen das Gebiss eurer Stubentiger einmal pro Jahr anschauen. Auch lohnt es sich, zwischendurch ein digitales Dentalröntgen machen zu lassen. Denn jede zweite Katze ab 5 Jahren leidet an der Zahnerkrankung FORL (Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen), die sich leider nicht heilen lässt. FORL ist äusserst schmerzhaft und eine sehr ernst zu nehmende Zahnerkrankung bei Katzen. FORL beginnt im nicht sichtbaren Bereich der Zahnwurzel und des Zahnhalses. Deshalb kann FORL, in den meisten Fällen, nur durch ein digitales Dentalröntgen diagnostiziert werden.
Bei Zahnstein und entzündetem Zahnfleisch hilft eine Dentalhygiene. Die Dentalhygiene erfolgt durch eine Narkose. Dafür kann deine Katze danach wieder schmerzlos durch den Tag «samtpföteln» 🙂