Die grössten Mythen zum Thema Katzen
Im Jahr 2026 könnte man eigentlich meinen, dass nun doch alle Mythen über Katzen aus der Welt geschafft sind. Leider hören wir aber immer wieder von Menschen, dass ihnen diverse Dinge über Katzen, ihre Haltung, Art und Gesundheit erzählt werden. Oftmals gelangen dann diese Themen zu mir, da sich die Menschen unsicher darüber sind, ob denn das wirklich so stimmen kann.
Hier ein kleiner Auszug aus den uns bekanntesten Mythen:
Trockenfutter putzt Katzen die Zähne
Katzen fangen nach der Kastration keine Mäuse mehr
Eine Katze muss mindestens einmal in ihrem Leben schwanger gewesen sein
Wohnungskatzen sind unglücklich
Schnurren bedeutet immer, dass die Katze glücklich ist
Katzen sind Einzelgänger

Falsch. Sie sind zwar Einzeljäger, aber auf gar keinen Fall Einzelgänger! Einer der härtesten Mythen, der sich immer noch herumtreibt und endlich offiziell widerlegt werden muss. Katzen brauchen, wie fast jedes Lebewesen, ihre Artgenossen. Sie lernen voneinander. Sie kommunizieren «kätzisch» miteinander.
Wir vernehmen bedauerlicherweise immer wieder, dass auch «Züchter» Einzelkatzen verkaufen. Uns ist es schleierhaft, warum das getan wird. Gerade von «Züchtern» erwarten wir mehr Wissen darüber, wie Katzen funktionieren. Klar – genau wie bei uns Menschen, gibt es auch bei Katzen Ausnahmen. Aber ein Kitten mit 14 Wochen bereits als «Einzelgänger» oder mit «ist gerne alleine» zu beschreiben ist aus unserer Sicht tatsächlich nur ein Hilfsmittel, eine Katze loszuwerden und verkaufen zu können. Oder können wir bei einem Kleinkind bereits wissen, wie sein Charakter als erwachsener Mensch sein wird?
Wir empfehlen immer, mindestens einmal eine Vergesellschaftung mit Artgenossen zu versuchen. Es lohnt sich. Für das Wohl des Tieres. Und es ist im Übrigen auch wundervoll mitanzusehen, wie sie sich umeinander kümmern, zusammen spielen, sich auch mal raufen, usw. Wie sichs eben gehört.
Katzen brauchen nach der Kastration Spezialfutter
Das stimmt so nicht. Eine Kastration verändert zwar den Stoffwechsel und kann auch das Verhalten der Katze verändern – aber sie macht die Katze nicht automatisch zu einem «Spezialfall», der nur noch spezielles Futter essen darf. Entscheidend ist vielmehr, dass die Katze nach der Kastration nicht zu viel isst und sich nicht zu wenig bewegt, weil sich der Energiebedarf oft reduziert.
Das heisst: Eine gute, ausgewogene Ernährung ist weiterhin wichtig. Aber das muss nicht automatisch ein spezielles «Kastrationsfutter» sein. Viele Katzen kommen mit hochwertigem Normalfutter genauso gut klar, solange Portionen und Aktivität stimmen.
Du findest bei uns eine grosse Auswahl an hochwertigem Nassfutter, das sich für gesunde Katzen jeden Alters eignet.
Trockenfutter putzt Katzen die Zähne
Eines der Themen, dass uns wirklich müde macht, hahaha. Das wäre wie, wenn ihr euren Kindern Kekse zum Putzen von Zähnen geben würdet. Schon mal darüber nachgedacht? 🙂 Wenn ihr wissen möchtet, was ihr für eine bessere Mundhygiene tun könnt, hierzu haben wir bereits einen kleinen Beitrag geschrieben.
Katzen fangen nach der Kastration keine Mäuse mehr

Ich denke, dass sich dieses Gerücht vor allem in der Landwirtschaft herumtreibt und als Grund für «nicht Kastration» missbraucht wird. Wir haben noch keine Freigänger-Katzen erlebt, die nach der Kastration nicht mehr gejagt haben.
Die Kastration beeinflusst den Fortpflanzungstrieb, nicht den Jagdinstinkt. Jagen ist bei Katzen tief im Verhalten verankert und hat nichts mit Sexualhormonen zu tun. Auch eine kastrierte, gut gefütterte Katze bleibt ein hoch spezialisierter Jäger.
Also keine Angst! Auch wenn Katzen kastriert werden (was sie wirklich sollten), fangen sie noch Mäuse 😉
Eine Katze muss mindestens einmal in ihrem Leben schwanger gewesen sein

Wie ist denn das bei Menschen? Huch, wenn das stimmt, dann muss ich mich aber beeilen! ?
Der Mythos, dass jede Katze einmal in ihrem Leben schwanger gewesen sein sollte, ist falsch und entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Eine Trächtigkeit ist kein gesundheitlicher Vorteil für Katzen, sondern eine körperliche Belastung mit realen Risiken.
Katzen brauchen keine Schwangerschaft, um «ausgeglichen», «reifer» oder «glücklicher» zu werden. Dieses Argument stammt aus menschlichen Vorstellungen und wird fälschlicherweise auf Tiere übertragen. Für Katzen zählt nicht Lebenserfahrung, sondern Wohlbefinden, Gesundheit und eine artgerechte Haltung.
Im Gegenteil: Jede Trächtigkeit und Geburt birgt Risiken wie Komplikationen, Infektionen oder Probleme bei der Geburt. Dazu kommt die Verantwortung für den Nachwuchs – in einer Welt, in der bereits viel zu viele Katzen kein Zuhause finden.
Kitten brauchen Kittenfutter
Hast du schon jemals Spezialmäuse für Kitten in der freien Natur gesehen? Eben. 🙂
Der Mythos, dass Kitten zwingend spezielles Kittenfutter brauchen, hält einer genaueren Betrachtung kaum stand. In den ersten Lebenswochen wird ein Jungtier von der Mutter gesäugt und erhält über die Muttermilch alles, was es für Wachstum, Immunsystem und Entwicklung benötigt. Besser, natürlicher und bedarfsgerechter geht es nicht.
Sobald Kitten feste Nahrung aufnehmen, orientieren sie sich in der Natur nicht an Alterskategorien, sondern an dem, was verfügbar ist: Beutetiere. Und diese bestehen nicht aus «Kitten-Rezepturen», sondern aus Fleisch, Innereien, Fett, Knochen und Feuchtigkeit. Genau das ist die Grundlage einer artgerechten Katzenernährung.
Ein gesundes Jungtier kann nach dem Abstillen grundsätzlich hochwertiges, artgerechtes Katzenfutter fressen, solange es energie- und nährstoffreich ist. Entscheidend sind Qualität, Zusammensetzung und Verdaulichkeit. Nicht das Etikett auf der Verpackung.
Viele sogenannte Kittenfutter unterscheiden sich vor allem durch Marketing: kleinere Kroketten, auffällige Verpackung, grosse Versprechen. Inhaltlich sind sie oft stark verarbeitet und nicht zwingend besser als gutes Futter für ausgewachsene Katzen. Wachstum benötigt keine Spezialprodukte, sondern passende Nährstoffe.
Und die entscheidende Frage ist simpel:
Was frisst eine junge Katze in freier Wildbahn, sobald sie nicht mehr gesäugt wird?
Ganz normale Beute.
Hochwertiges Kittenfutter, wie wir es im Shop anbieten, dürft ihr gerne verfüttern. Ihr dürft euren jungen Büsis aber auch einfach das hochwertige Nassfutter für adulte Katzen verfüttern 🙂
Katzen brauchen Trockenfutter
Nein. Trockenfutter wurde in erster Linie als Erleichterung für den Menschen entwickelt. Es riecht kaum, kann problemlos den ganzen Tag im Napf liegen bleiben und trocknet nicht (noch mehr) aus. In der freien Natur liegt schliesslich auch kein Trockenfutter herum… zumindest ist mir das noch nie begegnet.
Katzen kann man nicht «erziehen»
Uns gefällt das Wort «Erziehung» irgendwie nicht so. Aber man weiss, was damit gemeint ist.
Katzen funktionieren anders als Hunde. Sie sind keine Befehlsempfänger und handeln nicht, um zu gefallen. Erziehung bei Katzen bedeutet daher nicht Gehorsam, sondern Rahmen schaffen: Umgebung, Routinen und Anreize so gestalten, dass gewünschtes Verhalten entsteht. Katzen lernen über Erfahrung und Motivation. Nicht über Kommandos.
«Hunde lassen sich führen, Katzen lassen sich überzeugen.»
Fazit
Katzenerziehung ist kein Kontrollinstrument, sondern Beziehungsarbeit. Wer versucht, eine Katze wie einen Hund zu erziehen, scheitert nicht an der Katze – sondern am falschen Ansatz.
Wohnungskatzen sind unglücklich
Wohnungshaltung ist nicht automatisch ein Mangel an Lebensqualität. Eine Katze ist nicht unglücklich, nur weil sie nicht nach draussen kann. Entscheidend ist, wie und mit wem sie lebt, nicht wo. Mit ausreichend Platz, mindestens einem Katzenfreund, Rückzugsmöglichkeiten, Beschäftigung, geistiger Auslastung und regelmässiger Zuwendung, können Wohnungskatzen ein sehr stabiles und zufriedenes Leben führen.
Tatsächlich sind Wohnungskatzen oft sogar sicherer unterwegs als Freigänger: kein Verkehr, keine Revierkämpfe, keine Parasiten und ein geringeres Verletzungsrisiko. Unglücklich werden Katzen nicht durch vier Wände, sondern durch Langeweile, fehlende Struktur und mangelnde Beschäftigung.
Wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, die Umgebung katzengerecht zu gestalten und Zeit zu investieren, kann seiner Katze auch in der Wohnung ein erfülltes Leben bieten. Wohnungshaltung ist kein Problem – lieblos gestaltete Haltung schon. Wenn du Hilfe bei der Einrichtung benötigst und nicht so genau weisst, wie du deine Wohnung artgerecht gestalten kannst, darfst du dich gerne bei uns melden.
Schnurren bedeutet immer, dass die Katze glücklich ist
Schön wäre es. Katzen schnurren auch bei Angst, Stress oder Schmerzen. Deshalb kann es gut sein, dass eure Fellnase auch beim Tierarzt schnurrt, obwohl es ihr vielleicht gar nicht so wohl ist, wie es im ersten Moment zu sein scheint.
Wobei ich bei unserer Pixie schon das Gefühl habe, dass sie sich bei unserem Tierarzt wohlfühlt. Aber – der ist ja auch ein ganz lieber!
Milch ist gesund für Katzen

Nein. Die meisten Katzen sind laktoseintolerant, weil ihnen das Enzym Laktase fehlt oder nur in sehr geringer Menge vorhanden ist. Laktase ist notwendig, um den Milchzucker (Laktose) zu verdauen. Wenn Katzen Milch trinken, die Laktose enthält, kann das zu Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen und Unwohlsein führen.
Katzen sind keine Kühe und sie sind auch nicht dafür gemacht, Milch zu trinken, sobald sie abgestillt sind. In der Natur gibt es nach dem Abstillen keine Milch mehr, und genau so ist es auch für unsere «Haustiere» am besten.
Biete deiner Katze immer frisches Wasser an. Sodass sie auch, wenns mal ein bisschen mehr Leckerlis gab, ihren Durst löschen kann.
Übrigens!
Wenn du deine Katze ausschliesslich mit Nassfutter fütterst, kann es sogar sein, dass sie selten bis gar nie trinkt. Wenn du denkst, dass sie gerne trinken würde (z.B. nach einer Spielsession, wenns mal ein bisschen mehr Leckerli waren), und sie aber ungern aus dem Wassernapf trinkt, dann biete ihr z.B. einen plätschernden Trinkbrunnen an.
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